Vor 75 Jahre Deportation von 6 Personen aus Burladingen-Ziegelhütte

75 Jahre Deportation von Sinti und Roma aus Baden-Württemberg

Einladung zur zentralen Gedenkfeier am 15.März in Stuttgart

In einem Ökumenischen Gottesdienst um 14 Uhr in der Stuttgarter Stiftskirche und der anschließenden Gedenkveranstaltung wird an die Deportation von 456 Sinti aus Württemberg, Baden und Hohenzollern im März 1943 erinnert. Ausgelöst durch einen Befehl Himmlers wurden im März 1943 über 12000 Sinti und Roma aus Deutschland und den besetzten Gebieten nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Die Hälfte der familienweise nach Auschwitz verbrachten Personen waren Babys, Kleinkinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Es handelt sich dabei um die größte feststellbare Maßnahme innerhalb des nationalsozialistischen Völkermords, dem vermutlich 500 000 Sinti und Roma zum Opfer fielen. Nur wenige haben überlebt.

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Aus Burladingen-Ziegelhütte wurden am 15. März 1943 sechs Personen deportiert. An die Angst der Zigeunerfamilien vor Verfolgung, Deportation und Zwangssterilisierung erinnert eine erschütternde Postkarte, die im Hohenzollerischen Landesarchiv in Sigmaringen erhalten ist. Darin bittet Adolf Reinhardt, der sich mit seiner Familie im Wald bei Hermannsdorf versteckte, am 16. Dezember 1940 die hohenzollerische „Regierung in Sigmaringen“ um Hilfe: „Wir sind mit unseren Kindern hier im Wald und müssen im Schnee schlafen. Mit unseren kleinen Kindern frieren wir im Wald. Hier hat es sehr viel Schnee …. Bitte sorgen Sie dafür, dass wir ein Obdach bekommen. Draußen können wir uns nicht mehr halten.“ Damals haben der Burladinger Pfarrer Biener und andere hilfsbereite und mutige Menschen in und um Burladingen und Hermannsdorf der Familie Reinhardt geholfen. So konnten wenigstens einige überleben.

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